dr. michael blume
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RELIGIONSWISSENSCHAFT AUS FREUDE
 

Religion und Demografie


Vor vielen Jahren wurde ich in einer lebendigen Diskussion unvorbereitet mit einem Einwurf des damaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Erwin Teufel (CDU), konfrontiert: „Wenn es nur auf den Staat ankäme, hätten sie in den USA nicht die meisten Kinder! Dort mischt sich der Staat am wenigsten ein, aber die Menschen sind religiös! Familie ist immer auch eine Wertefrage!“

Nun war - und bin! - ich für eine aktive Rolle des Staates und der Zivilgesellschaft (einschließlich der Kirchen und Religionsgemeinschaften) in der Förderung und Begleitung von Familien. Dieser Aussage wollte ich daher nachgehen und begann zu Religion und Demografie zu forschen. Ich stellte dabei fest, dass mit der Korrelation (dem statistischen Zusammenhang) von Religion und Demografie die eigentlichen Fragen erst begannen: Wurden Religiöse eher kinderreich; oder Kinderreiche eher religiös? Wiesen alle Religionsgemeinschaften vergleichbar erhöhte Geburtenraten auf, oder waren manche kinderreicher als andere? Welche Rolle spielten Bildung, Einkommen, Sozialstaat? Warum hatten traditionell religiös geprägte Staaten wie Italien oder Griechenland deutlich niedrigere Geburtenraten als stärker „progressive“ Gesellschaften wie Frankreich oder Schweden? Vertraten nicht verschiedene Statistiker wie Hans Rosling oder Herwig Birg je widersprüchliche Befunde? Welche Rolle spielte das Verbot von Verhütungsmitteln? Und warum verzichtete in einigen religiösen Traditionen ausgerechnet das Führungspersonal per Zölibat auf eigene Familien?

In zahlreichen Publikationen, Vorträgen, Seminaren und Kongressen im In- und Ausland konnte ich die Befunde immer wieder vorstellen und damit wiederum neuer Kritik und Anfragen auslösen.

Nach rund zehn religionsdemografischer Arbeit und Publikationen konnte ich schließlich mit "Religion und Demografie. Warum es ohne Glauben an Kindern mangelt" als Taschenbuch und eBook eine vorläufige Bilanz dieser Forschungen vorlegen. Und begleite seitdem mit Freude, dass sich immer mehr Kolleginnen und Kollegen verschiedenster Disziplinen das Thema erschließen.
Religion und Demografie. Warum es ohne Glauben an Kindern mangelt - Abschlussband, sciebooks 2014.


Veröffentlichungen (Auswahl)



* "How Is't With Thy Religion, Pray? Selection of Religiosity Among Individuals and Groups", in: Slone, D.J., Van Slyke, J.A. (Eds.): The Attraction of Religion. Bloomsbury 2015, p. 63 - 71

* "Freiheit, Religion und Kinder. Warum Glaube Berge versetzt und für Nachwuchs sorgt", in: eigentümlich frei 148, S. 38 - 40

* "Religion und Demografie. Warum es ohne Glauben an Kindern mangelt", als eBook und Taschenbuch

* "Vereint nur in der Negation. Schwächen und Stärken der atheistischen Aktivisten", Herder Korrespondenz April 2014

* "Die Haredim. Geschichte und Erfolg des ultraorthodoxen Judentums", als eBook und Taschenbuch

* "Demografie in Israel: Der Aufstieg der Gottesfürchtigen", Spektrum.de, 13.01.2012

* "Vielfalt in Baden-Württemberg - Einblicke, Zahlen, Fakten", Heimat & Identität 01/2010, S. 18 - 29

* "Amische, Hutterer, Haredim – Wie religiöse Traditionen Kinderreichtum erreichen", In: Wolfgang Mazal (Hrg.), "Familie und Religion. Aktuelle Beiträge aus der interdisziplinären Familienforschung", Budrich UniPress (Wien) 2010


* "Von Hayek and the Amish Fertility. How religious communities manage to be fruitful and multiply. A Case study", in: Frey, Ulrich (Hrsg.), "The Nature of God - Evolution and Religion", Tectum Verlag Marburg 2010


* "Wenn Kinder ein Segen sind", Tagesspiegel Essay zum Valentinstag 2010


* "The Reproductive Benefits of Religious Affiliation", in: Voland, E.; Schiefenhövel, W.: "The Biological Evolution of Religious Mind and Behaviour", Springer Frontier Collection 2009 (Book chapter, English, in print).


* "Evolutionsgeschichte der Religion - Glauben stärkt Kooperation und Reproduktion", Mitteilungen der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte Bd. 29, 2008, S. 21 - 38


* "Glauben und Demografie - Der übersehene Wettbewerb der Religionen", Die Politische Meinung Nr. 468, KAS April 2008, S. 33 - 39


* "Rückkehr der Religion - wohin?",
Katholisches Sonntagsblatt der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Ausg. 05/2008


* "Wird Deutschland islamisch? Religionsdemografische Zahlen & Fakten", Evangelische Akademie Bad Boll, 24.11.2007
Hier: Kurzfassung, in: SYM 01/2008


* "The reproductive Benefits of Religiosity. Empirical findings of Religion, Reproduction and Female Choice towards a Sociobiology of Religion",
International Conference “Trans-Cultural Universals: Biological evolution of religiosity”, Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) – Institute for Advanced Study, September 2007


* "Freiheit, Religion und demografische Entwicklung"
Vortrag zu den Hayek-Tagen, Potsdam 07.06.2007


* "Religion und Demografie"
Vortrag an der Universität Leipzig, 08.05.2007


* "Glaube und Erfolg: Das Ja zum Leben",
Katholisches Sonntagsblatt der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Ausg. 11/2007



* "Warum schrumpfen säkulare Gesellschaften? Neue Erkenntnisse von Glauben und Evolutionstheorie.",
Interview bei www.islam.de, 28.01.2007


Seminarbericht (2006, Tübingen):

* Islam 2030 - Erstellung einer begründeten Prognose


* „Religion als demographischer Faktor - Ein unterschätzter Zusammenhang?
Michael Blume, Carsten Ramsel, Sven Graupner
Marburg Journal of Religion, Juni 2006 (deutsch)



* “Religion as a demographic factor - An underestimated connection?” - (Englisch)
www.Blume-Religionswissenschaft.de